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Auf dem Weg zur Diplom-Finanzwirtin

Seit ĂŒber elf Monaten absolviert Nathalie Böckmann (NB) ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin als Beamtin in der Steuerverwaltung des Landes NRW. Im August letzten Jahres begann die ZwanzigjĂ€hrige nach erfolgreich absolviertem EinstellungsgesprĂ€ch ihr Studium. Die ersten Tage fanden im so genannten Lehrbezirk im Finanzamt statt. Der Lehrbezirk ist "ihr" BĂŒro wĂ€hrend der praktischen Studienzeit außerhalb der Fachhochschule fĂŒr Finanzen (FHF).

NB: "Da wusste man ja noch gar nichts und bekam unheimlich viel gesagt, was man beachten muss."
Trotzdem war sie sicher, den richtigen Beruf gewĂ€hlt zu haben. Außerdem interessierte sie ein Studium, das viel Abwechslung bietet:

NB: "Zum ersten Mal fĂŒr einige Monate von zu Hause weg zu sein, um in einem idyllischen Wasserschloss der FHF in Nordkirchen zu leben und zu studieren und danach die im Finanzamt tĂ€gliche Praxis live erleben zu können – das war wirklich unglaublich aufregend fĂŒr mich."

Wohnen und studieren im Schloss, ziemlich spannend!

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Das malerisch gelegene Wasserschloss im MĂŒnsterland beherbergt die Fachhochschule fĂŒr Finanzen NRW. Mehr als 500 Jahrgangskollegen teilen sich mit Nathalie hier nicht nur die LehrsĂ€le, sondern auch die Studenten-Wohnheime.

Mathematisches VerstÀndnis und systematisches Vorgehen waren gefragt, sobald in der zweiten Woche das Grundstudium in Nordkirchen begann. WÀhrend der Studienphasen studiert und lebt man in Nordkirchen. Und alles ist bereits geregelt:

Die Unterbringung erfolgt ĂŒberwiegend in modern eingerichteten Einzelzimmern mit eigenem Bad. FĂŒr die Verpflegung gibt es eine eigene Mensa. Auch fĂŒr die Finanzierung ist gesorgt, denn es gibt bereits gutes Geld wĂ€hrend des gesamten Studiums.

NB: "Bei monatlichen BezĂŒgen von ca. 1.150 ñ‚¬, kann man gegen ein Versorgungsentgelt von insgesamt 125 ñ‚¬ pro Monat wirklich nichts sagen. Inzwischen rĂ€umen auch Freunde ein, die ein „normales“ Studium absolvieren, dass dies ein Vorteil sei."

NB: "Die mĂŒssen sich nĂ€mlich um alles selber kĂŒmmern und sogar noch StudiengebĂŒhren zahlen."
Die Studenten in Nordkirchen hĂ€tten aber auch fĂŒr einen eigenen Haushalt, fĂŒr Einkaufen und Kochen so gut wie keine Zeit. Denn an der FHF wird der Stoff in Riesenschritten vermittelt: Allgemeines und Steuerrecht, Öffentliches und Privatrecht, Wirtschaftswissenschaften und Verwaltungslehre. Dass die Vorlesungen nach festen VorlesungsplĂ€nen lediglich vormittags stattfinden, die Klausuren eng aufeinander folgen und die Vorlesungen in festen KlassenverbĂ€nden von rund 25 Personen erfolgen, erinnert eher an Schule als an UniversitĂ€t. "Ein sehr großer Vorzug gegenĂŒber den "normalen" UniversitĂ€ten mit hĂ€ufig ĂŒberfĂŒllten LehrsĂ€len", findet Nathalie.

NB: "Die AtmosphÀre ist sehr angenehm und auf Fragen wird intensiv eingegangen."
Es besteht tĂ€gliche Vorlesungspflicht. Man kann also nicht – wie an einer Uni – zwischenzeitlich mal einen Vorlesungstag ganz ausfallen lassen. Um mithalten zu können, heißt es vor allem: Lernen, lernen, lernen. Insgesamt 21 der 36 Monate ihres Studiums verbringt Nathalie in Nordkirchen. In dieser Zeit ist jeder Nachmittag im Schloss mit Hausaufgaben und vor allem mit BĂŒffeln gefĂŒllt:

NB: "Man muss sich wirklich konzentrieren. Nur mal eine Stunde lernen reicht nicht. Und anders als in der Schule, lernt hier wirklich jeder."
Wie man sich Wissen am besten aneignet und zwischendurch mal entspannt, wird im Fach Arbeits- und Selbstorganisation sowie Verwaltungsmanagement (ASV) vermittelt. Dadurch, dass man insgesamt so viel paukt, fehlen Zeit und Energie und man ist gezwungen, wöchentlich neue Schwerpunkte zu setzen. In ASV lernt man mit diesem Problem umzugehen.

Erfreulicherweise bietet das Wasserschloss aber auch vielfĂ€ltige Freizeitmöglichkeiten als Ausgleich fĂŒr die Paukerei. So können die Klassen zum Beispiel einen Fetenraum in einem der SchlosstĂŒrme mieten, diese "TĂŒrmchen" sind legendĂ€r: Die Klassen laden einander reihum zu Fetenabenden ein.
Außerdem gibt es Bernds Bistro mit Billard, Dart und Kickertischen. Auf dem CampusgelĂ€nde sind eine Datscha mit Grillplatz und eine Kegelbahn im SchlossgebĂ€ude vorhanden. "Überhaupt sei der Umgang unter AnwĂ€rtern nicht konkurrenzbetont, sondern sehr freundschaftlich", berichtet Nathalie.

NB: "Man knĂŒpft hier sehr schnell Kontakte, verbringt die Zeit abseits der Vorlesungen miteinander und bei Problemen hilft jeder jedem – das ist hier selbstverstĂ€ndlich – schließlich kann so jeder von den StĂ€rken des anderen profitieren."
Dass dieses Konzept aufgeht, belegen die zahlreichen kleinen Lerngemeinschaften, die sich nachmittags zusammenfinden. Des Weiteren besticht in Nordkirchen das Sportangebot: Der weitlÀufige Schlosspark lÀdt zum Joggen ein. Und auch Fitnessstudio, Sport- und Schwimmhalle werden gerne genutzt.

Dualer Studiengang – Theorie und Praxis wechseln sich ab

WÀhrend des insgesamt dreijÀhrigen dualen Studiengangs wechseln sich die Fachstudien an der FHF in Nordkirchen mit den praktischen Phasen im wohnortnahen Finanzamt ab. Nach intensiven Monaten der Theorie im Schloss dominieren im zweiten Ausbildungsdrittel die berufspraktischen Ausbildungszeiten im Finanzamt.

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FĂŒr Nathalie heißt das, dass sie in den kommenden Monaten vorwiegend zu Hause wohnen wird und mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden verbringen kann. Jetzt, im zweiten Ausbildungsjahr, ist Vieles schon vertraut, wenn sie die Akten mit den konkreten SteuerfĂ€llen bearbeitet und ihre Lösungen dann mit den Kolleginnen und Kollegen im Lehrbezirk durchspricht. Sie kann bereits tĂ€glich ihr theoretisches Wissen aus Nordkirchen anhand der praktischen FĂ€lle im Finanzamt anwenden. Betreut und intensiv gecoacht, wird sie dabei von den Ausbildern im Finanzamt.

NB: "Es macht Spaß das theoretisch erlangte Wissen direkt praktisch an realen FĂ€llen anzuwenden – da weiß man, wofĂŒr man in den letzten Monaten so viel gebĂŒffelt hat."
Nach dem zweiten Ausbildungsjahr ist dann wieder Pauken angesagt. Denn der Schwerpunkt im letzten Drittel wird wieder beim Fachstudium an der FHF liegen. Die Wahrscheinlichkeit als Beamtin auf Probe ĂŒbernommen zu werden, ist sehr hoch, sofern die Noten stimmen. Entscheidend fĂŒr das weitere Fortkommen der angehenden Diplom-Finanzwirtinnen und Diplom-Finanzwirte wird sein, wie gut sie das Studium abschließen. Nathalie ist auf dem richtigen Weg dorthin.

Ein Tag in der Landesfinanzschule

Ein Live-Interview mit Auszubildenden

Die Finanzverwaltung NRW bietet ebenfalls eine zweijÀhrige duale Ausbildung an. Die fachtheoretischen Ausbildungsabschnitte finden in der Landesfinanzschule Wuppertal (LFSch) statt.

Bei meiner Ankunft in der Landesfinanzschule Wuppertal herrscht eine konzentrierte Stille. Das ist erstaunlich, lernen hier doch bis zu 360 Auszubildende zwischen 15 und 40 Jahren. Schnell lĂŒftet sich jedoch das Geheimnis: Es wird gerade ein Test geschrieben.

So bleibt mir etwas Zeit, die Einrichtung nÀher anzuschauen und ein paar Fragen zu stellen - insbesondere interessiert mich, wer sich hier ausbilden lÀsst:

Ein großer Teil der Auszubildenden kommt direkt nach der zehnten Klasse zur Landesfinanzschule – also mit Realabschluss. Andere haben die Fachoberschulreife oder die Fachhochschulreife. Dann fallen mir auch etwas Ă€ltere SchĂŒler auf: Sie machen den finanzamtsinternen Aufstieg oder waren langjĂ€hrige Zeitsoldaten und kommen direkt von der Bundeswehr. Das erklĂ€rt den großen Altersunterschied. Ob das gemeinsame Lernen mit unterschiedlichen Generationen keine Probleme bereitet, möchte ich wissen. „Nein, im Gegenteil, die bewusste Mischung fĂŒhrt eher dazu, dass in den Klassen auch ruhige Pole sind und fĂŒhrt letztendlich zu einer entspannten AtmosphĂ€re. Insgesamt gehen die Auszubildenden sehr freundlich und rĂŒcksichtsvoll miteinander um. Dies wird besonders beim Umgang mit unseren schwerbehinderten Kolleginnen und Kollegen deutlich", erklĂ€rt mir der Direktor der Landesfinanzschule, Arno Bendels.

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WĂ€hrend des Rundgangs kommen wir auch in der Mensa vorbei, wo bereits das Mittagessen vorbereitet wird. Der Essensduft steigt mir in die Nase, es riecht gut. Gerade in Zeiten der Tests und Klausuren, in denen die NachwuchskrĂ€fte besonders eingespannt sind, bemĂŒht sich das KĂŒchenteam, den Stress durch beliebte Mahlzeiten mit viel GemĂŒse, Obst und Salat etwas aufzufangen. MenĂŒauswahl mit Desserts auch eine große Salatbar, vegetarische Gerichte sowie Schon- und DiĂ€tkost. Bei schönem Wetter kann man draußen auf der Mensa-Terrasse essen. Die Mensa – erfahre ich am Rande – wurde vor kurzem sogar zertifiziert fĂŒr ihr ausgewogenes Essen.

Wie sieht denn nun ein normaler Tagesablauf in Wuppertal aus?

Mara Tomisic (MT) und Marvin Sachen (MS), beide 20 Jahre alt, geben mir bereitwillig Auskunft:

(MT): Um 06.00 Uhr mĂŒssen wir aufstehen, denn ab 06.30 Uhr gibt es FrĂŒhstĂŒck in der Mensa. Kaffee, Tee, Fruchtsaft, MĂŒsli, Brötchen, Obst, die Auswahl ist groß.

(MS): Das ist fĂŒr mich zu frĂŒh. Ich stehe lieber um 07.00 Uhr auf. Freunde bringen mir geschmierte Brötchen mit zum Unterricht. Oder ich gehe in einer kurzen Pause nach der ersten Stunde in die Mensa. Dort gibt es bis 09.00 Uhr FrĂŒhstĂŒck.

(MT): Um 07.45 Uhr beginnt der Unterricht. In unseren Klassen sind Auszubildende aus ganz Nordrhein-Westfalen. Sie kommen zum Beispiel aus Bielefeld, MĂŒnster, Dortmund, Aachen, Köln oder Bonn. Man lernt schnell viele neue Leute kennen.

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(links: Mara Tomisic und Marvin Sachen)

(MS): Steuerrecht morgens ist besonders schwierig, das Fach Einkommensteuer ganz besonders. Der Unterricht geht bis 10.20 Uhr, dann ist große Pause. Ich gehe dann oft kurz auf mein Zimmer, esse oder trinke etwas. Die Wege sind hier alle sehr kurz, nur zwei Minuten braucht man vom Klassenraum bis ins schicke neue Zimmer. Das ist einfach praktisch.

(MT): Oder ich laufe nochmal kurz in die Mensa und hole mir ein Wasser. Um 10.50 Uhr geht es weiter, zum Beispiel mit Steuererhebung oder Politische Bildung und Staatskunde. Wir haben um 13.25 Uhr Schluss und gehen dann immer schnell zur Mensa, um nicht lange anstehen zu mĂŒssen.

Damit ist der Tag aber noch nicht zu Ende, denn ab 14.35 Uhr gehtñ€ℱs weiter. Nachmittags bietet die Landesfinanzschule entweder Nachmittagslerngruppen an, die teils Pflicht sind, teils freiwillig. Hier wird der Stoff wiederholt oder bei Problemen geholfen. Wenn Selbstlernen angesagt ist, können die Auszubildenden immer zu den Dozentinnen und Dozenten gehen, die bis 16 Uhr vor Ort sind.

Die Freizeit beginnt fĂŒr die Auszubildenden meist erst nach 20 Uhr. Bis dahin mĂŒssen noch Hausaufgaben gemacht oder sich auf PrĂŒfungen vorbereitet werden.

(MS): Abends treffen wir uns gerne mal zu Kicker- oder Tischtennisturnieren, zum Fußball auf der Wiese, im Fitnessraum, im Fernsehraum oder im gut besuchten Bistro und machen vieles gemeinsam mit den anderen. Dass die Ausbildung so fordernd sein wird, damit hatte keiner der beiden am Anfang gerechnet. Insbesondere die Hausaufgaben und das intensive Lernen vor den Klausuren empfinden sie als sehr anstrengend. Auf der anderen Seite aber schĂ€tzen sie die QualitĂ€t und Abwechslung in der Ausbildung.

Wie beide auf die Idee gekommen sind, sich in der Finanzverwaltung zu bewerben, möchte ich am Ende wissen. Mara Tomisic wollte etwas mit Steuern machen. Ein SchĂŒler-Praktikum beim Steuerberater habe sie auf die Idee gebracht. Sie hatte gehört, dass auch die Finanzverwaltung eine gute Ausbildung anbiete. Sie schaute im Internet nach und fand das Video ĂŒber die Ausbildung interessant. Marvin Sachen hingegen ist durch einen Artikel in der Zeitung aufmerksam geworden. Er informierte sich daraufhin im Internet ĂŒber die Ausbildung im Finanzamt und bewarb sich.


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