5. Nach dem VorstellungsgesprÀch

Wenn hinter dir die TĂŒr zugeht, atme erst einmal tief durch. Eigentlich hĂ€ttest du dir jetzt eine Atempause verdient. Doch nutze besser die Zeit, um den Verlauf des GesprĂ€chs konzentriert und systematisch auszuwerten.

Schreibe deine EindrĂŒcke auf:Bewerbung_bd17

  • GesprĂ€chsklima:
    • Wie verlief das GesprĂ€ch insgesamt? Welche GesprĂ€chsphasen verliefen gut?
    • Welchen Eindruck hast du deiner Meinung nach auf deine(n) GesprĂ€chspartner gemacht?
    • Hat sich die AtmosphĂ€re im Verlauf des GesprĂ€chs verĂ€ndert? Wenn ja, weshalb?

     

  • GesprĂ€chsinhalte:
    • Welche Fragen wurden dir gestellt? Wie ĂŒberzeugend waren deine Antworten?
    • FĂŒr welche Dinge zeigte man besonders Interesse?
    • Welche Fragen waren fĂŒr dich bei der Beantwortung eher schwierig und wie hast du darauf reagiert?
    • Wie wurden deine Fragen beantwortet? Welche Punkte sind im Moment fĂŒr dich noch offen?

     

  • Kritik:
    • Was ist nicht optimal gelaufen? Was hĂ€ttest du besser machen können?

     

Diese Auswertung soll dazu beitragen, dass du in weiteren VorstellungsgesprÀchen eventuell gemachte Fehler nicht wiederholst.

 

Das Nachfassschreiben

Wenn du unmittelbar nach deinem VorstellungsgesprĂ€ch das GefĂŒhl hast, dass du in der engeren Bewerberauswahl bist, kannst du dich eventuell durch einen Nachfassbrief in Erinnerung bringen. Du kannst deine Motivation dadurch nochmals betonen.

Sollten wÀhrend des GesprÀchs irgendwelche Belege, Nachweise oder BestÀtigungen angesprochen worden sein, die du jedoch nicht gleich vorlegen konntest, kannst du diese Informationen als Anlage des Nachfassschreibens senden.

Als Einstieg in ein derartiges Schreiben eignen sich einige Dankesworte “fĂŒr das informative und interessante GesprĂ€ch” besonders gut. DarĂŒber hinaus kannst du im Brief alle relevanten Informationen nachliefern, die bis jetzt – deiner Meinung nach – zu kurz gekommen sind.

BekrĂ€ftige abschließend deine Hoffnung / Freude auf ein weiteres GesprĂ€ch bzw. eine positive Entscheidung.

Dein Nachfassbrief sollte nicht lĂ€nger als eine Seite sein – es soll der Eindruck vermieden werden, du wolltest das GesprĂ€ch zurĂŒcknehmen oder hĂ€ttest hier grundsĂ€tzlich nicht alles gesagt oder etwas verschwiegen. Vermeide den Eindruck, du wolltest Druck machen oder um eine positive Entscheidung betteln, falls du wirklich etwas zu bieten hast.

Allerdings solltest du auf ein Nachfassschreiben verzichten, falls du keine Informationen mehr nachzureichen, oder dem VorstellungsgesprĂ€ch nichts mehr hinzuzufĂŒgen hast. Personalverantwortliche merken genau, wenn es sich um eine ĂŒberflĂŒssige Aktion handelt.

 

Warten auf eine Entscheidung

Ganz ohne Warten und Geduld geht es nicht. Idealerweise hast du zum Schluss des VorstellungsgesprÀchs mit deinem/deinen GesprÀchspartner/n geklÀrt, wie es weiter gehen soll, wie lange es in etwa dauern wird, bis dir eine Entscheidung mitgeteilt wird.

Falls du bis zum vereinbarten Termin nichts von dem Unternehmen hörst, solltest du “nachfassen”, d.h., sich Erinnerung bringen, dein Interesse an der Position noch einmal bekunden. Nimm telefonisch Kontakt mit deinem GesprĂ€chspartner auf, um dich ganz zwanglos – und ohne vorwurfsvollen Unterton – nach dem Stand des Bewerbungs-verfahrens zu erkundigen – ob bereits eine Entscheidung getroffen wurde – und wenn nicht, wie lange es in etwas noch dauern wird.

Gehörte deine Bewerbung zu denen, die sofort ausgesiebt wurden, erhĂ€st du die Unterlagen meist sehr schnell mit einer Standardabsage zurĂŒck. Gratuliert man dir zu einer persönlichen Einladung, so gehörst du zu den 4-8 GlĂŒcklichen, die in das engere Auswahlverfahren einbezogen wurden.

 

Auch eine Absage kann positiv ausgewertet werden

Nicht immer sind deine Wunschvorstellung und die Entscheidung des Unternehmens deckungsgleich. Wenn du dich intensiv bewirbst, wirst du feststellen, dass regelmĂ€ĂŸig Absagen zur Arbeitssuche in jedem Fall einfach dazu gehören.

Bewerbung_bd18NatĂŒrlich ist es nicht sehr angenehm, jeden Tag neue Absagen zu erhalten. Jedoch solltest du dies nicht als Zeichen von persönlichem Versagen werten, sondern als Indiz dafĂŒr, dass der entsprechende Arbeitsplatz nicht zu dir gepasst hĂ€tte.

 

Hast du bereits ein oder mehrere GesprĂ€che bei einem Unternehmen gefĂŒhrt oder hattest du ein besonders positives GefĂŒhl, bevor du die Absage erhalten hast, solltest du versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. Nimm Kontakt auf zu dem entsprechenden GesprĂ€chspartner und erbitte Feedback zu deinem Ausscheiden aus dem Kandidatenpool, um zu erfahren welche Qualifikationen und Eigenschaften dir fĂŒr die entsprechende Stelle fehlen.

Versuchen auf keinen Fall deinen GesprĂ€chspartner umzustimmen und vermittele nicht den Eindruck, dass er sich fĂŒr die erteilte Absage rechtfertigen soll.

Vielen Personalern fÀllt es schwer, konkrete Kritik in Worte zu fassen. Lass dich davon nicht abschrecken. Nur wer nachfragt, hat die Chance auf ein verwertbares Feedback.

 

Absage deinerseits

Eine Absage deinerseits solltest du nicht voreilig treffen. Nur wenn du dir hundert-prozentig sicher bist, dass du in dem Unternehmen nicht arbeiten willst oder dass die Stelle doch nicht fĂŒr dich geeignet ist, solltest du dieses deinem GesprĂ€chspartner recht bald mitteilen.

 

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