Ratgeber Duales Studium

Ratgeber Duales Studium

Soll ich studieren und wenn ja, was?

Duales Studium oder Vollzeitstudium?

Mache ich doch lieber erst mal eine Ausbildung in einem Unternehmen?

Hast du dich mit diesen oder √§hnlichen Fragen auch schon besch√§ftigt? Keine Sorge, damit bist du nicht allein! Denn viele der zuk√ľnftigen (Fach-)Abiturienten √ľberlegen im letzten Schuljahr aufs Neue, ob ein Studium oder eine Ausbildung f√ľr sie die bessere Entscheidung darstellt.

Was viele nicht wissen: In immer mehr Berufsfeldern musst du dich gar nicht f√ľr eine Variante entscheiden. Ein duales Studium macht es m√∂glich!

Was ist ein Duales Studium?

Duales Studium ist ein besonderes Studien- bzw. Ausbildungsangebot, welches in Deutschland mitterweile sehr beliebt ist.

Vorteile eines dualen Studiums

Welche Gr√ľnde sprechen f√ľr ein duales Studium aus Sicht eines Abiturienten?

  • die meisten Studenten erhalten eine Ausbildungsverg√ľtung
  • theoretisches Wissen kann im Unternehmen praktisch umgesetzt werden
  • in drei bis vier Jahren erwerben duale Studenten einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, Berufserfahrung und in vielen F√§llen einen IHK-Berufsabschluss
  • gute Studienbedingungen: Betreuungsverh√§ltnis Dozenten/Studierende besser als an der Universit√§t, kleine Vorlesungsgruppe, gute r√§umliche Ausstattung
  • die Studenten kennen das Unternehmen und besitzen gute Argumente f√ľr eine nahtlose Weiterbesch√§ftigung nach dem Hochschulabschluss
  • hohe √úbernahmequote
  • der Lehrplan ist an den Bed√ľrfnissen der Wirtschaft ausgerichtet
  • Praxisbezug und betriebliche Erfahrung
  • Bessere Einbindung der Studierenden in betriebliche Strukturen, Arbeits- und Projektabl√§ufe als bei Praktika
  • Unternehmen bietet Lernumfeld f√ľr das Training von Anwendungs- und Schl√ľsselkompetenzen

 

Welche Gr√ľnde sprechen f√ľr ein duales Studium aus Sicht der Unternehmen?

  • die Motivation der Studenten ist deutlich h√∂her
  • die Studenten sind nach dem dualen Studium auf die Praxis vorbereitet
  • die Studenten kennen die Arbeitsabl√§ufe im Unternehmen
  • Unternehmen k√∂nnen Impulse aus der Wirtschaft in die Lehre bringen
  • die Studenten m√ľssen diszipliniert, motiviert, zielgerichtet arbeiten
  • eine gute Alternative zu Trainee-Programmen bzgl. Kosten und Zeit
  • bessere Personalgewinnung
  • weniger Qualifizierungs- und Weiterbildungskosten
  • Kontakt zu Hochschulen: Technologie- und Wissenstransfer

 

duales StudiumInzwischen gibt es mittlerweile √ľber 1500 duale Studieng√§nge in Deutschland. Die Grundidee des dualen Studiums ist es, zweigleisig auszubilden. Ein Wechsel zwischen Theorie- und Praxis-Phasen findet zumeist aller drei Monate statt.

Auch ein wöchentlicher Wechsel, bei dem du drei Tage der Arbeitswoche im Unternehmen und zwei Tage an der Hochschule bist ist möglich.

Seltener tritt der Fall auf, dass die dual Studierenden Hochschulveranstaltungen am Wochenende oder am Abend wahrnehmen. Theoretische und praktische Ausbildung immer parallel absolviert und nicht nacheinander.

 

 

Abschl√ľsse

Welches Zeitmodell bei deinem dualen Studium auch zutrifft, eins bleibt immer gleich: Alle dualen Studieng√§nge schlie√üen mit dem international anerkannten Bachelor-Grad ab. Die Zugangsvoraussetzung ist bei allen Einrichtungen und Studieng√§nge √§hnlich - √ľblicherweise das Abitur oder Fachhochschulreife.

In manchen Studiengängen ist auch eine IHK-Ausbildung in den Studienplan integriert, dadurch kann die Ausbildung auf bis zu neun Semester anwachsen. Andere duale Studiengänge sind durch eine vertiefte betrieblichen Praxis, die in Anlehnung an Ausbildungsordnungen organisiert ist, gekennzeichnet. Die Dauer des dualen Studiums liegt hier zwischen sechs und sieben Semestern.

 

 Organisation

Die Kooperation zwischen Fachhochschule/Berufsakademie/privater Hochschule und dem Unternehmen, wird in einem Kooperationsvertrag festgelegt. Die Kosten des dualen Studiums werden an staatlichen Berufsakademien und Fachhochschulen durch die √∂ffentliche Hand getragen. Unternehmensbeitr√§ge werden von einigen privaten Hochschulen erhoben. Die Studierenden erhalten in vielen F√§llen eine Ausbildungsverg√ľtung. Diese wird auch w√§hrend der Zeiten gezahlt, die man mit der theoretischen Ausbildung an der Hochschule oder Berufsakademie verbringt. Handelt es sich um eine Ausbildungsverg√ľtung (nur bei integrierter IHK-Berufsausbildung), steigt sie h√§ufig mit den Ausbildungsjahren.

duales StudiumIst die Ausbildung abgeschlossen, das Studium aber noch nicht beendet, wird ein Arbeits- oder Praktikantenvertrag abgeschlossen, der die Fortsetzung der Verg√ľtung regelt. Bei einem dualen Studium mit vertiefter Praxis wird das monatliche Einkommen in einem Praktikanten- /Volontariatsvertrag festgelegt. Bei der Verg√ľtungsh√∂he reichen die Varianten von der tarifvertraglichen Festlegung f√ľr den jeweiligen Ausbildungsberuf bis hin zu individuellen Vereinbarungen zwischen Betrieb und Auszubildenden.

Die Unternehmen sind meist auch dar√ľber hinaus finanziell an der Ausbildung beteiligt. So √ľbernehmen sie h√§ufig ganz oder teilweise die Studiengeb√ľhren, sofern diese von Hochschule oder Berufsakademie erhoben werden. Ob die Kosten f√ľr Studienmaterialien und B√ľcher, Fahrtkosten oder eine notwendige externe Unterbringung √ľbernommen werden, ist unternehmensabh√§ngig.

Der Student/Auszubildende schlie√üt mit dem Unternehmen einen Ausbildungs- bzw. Praktikantenvertrag ab. Im Gegensatz zum gew√∂hnlichen Studium, bei dem sich die Praxisanteile auf wenige Praktika und ein Praxissemester beschr√§nken, kommt den Praxisanteilen bei einem dualen Studium somit ein gleichwertiger Stellenwert zu. Der Student wird nicht nur theoretisch in einen Wissenschaftsbereich eingef√ľhrt, sondern kann das erworbene Wissen gleichzeitig anwenden. Die Praxisn√§he l√§sst sich nicht mehr steigern. Anwendungs- und Schl√ľsselkompetenzen k√∂nnen in einer nat√ľrlichen Lernumgebung erworben werden.
 

Duales Studium - Ein Konzept & viele Varianten

Hinter dem Begriff " Duales Studium" verbergen sich verschiedene Studienkonzepte. Das liegt daran, dass f√ľr die Bildung in erster Linie die Bundesl√§nder verantwortlich sind. Jedes Bundesland entscheidet also selbst, ob und wie es duale Studieng√§nge anbieten m√∂chte. Hinzu kommt, dass auch die Regelungen in den jeweiligen Landeshochschul- oder Berufsakademiegesetzen nur einen Rahmen vorgeben.

Die konkrete Umsetzung und Gestaltung dualer Studiengänge ist Sache der einzelnen Bildungseinrichtungen.Um die vielfältigen Angebote zu klassifizieren, bietet sich am ehesten eine Unterscheidung nach Art und Intensität der Integration von beruflichen und wissenschaftlichen Ausbildungen an, wenn auch die Trennung in manchen Modellen nicht klar vollzogen werden kann:

Ausbildungsintegrierte duale Studiengänge

Hier ist im dualen Grundstudium die Ausbildung eines anerkannten Ausbildungsberufs integriert. Im Hauptstudium wird die T√§tigkeit im Unternehmen tageweise oder im Block ausge√ľbt.

Kooperative Studiengänge

Grund- und Hauptstudium sind eng mit der praktischen Ausbildung im Betrieb verzahnt sind. Der zeitliche Wechsel zwischen Lernort Hochschule und Betrieb ist in den einzelnen Studienangeboten sehr unterschiedlich. Ein IHK-Abschluss ist nicht immer eingeschlossen. An Berufsakademien wird zum Teil als Zwischenpr√ľfung der Abschluss des staatlich anerkannten Assistenten erreicht.

Berufsintegrierte Studiengänge

Studierende, die bereits eine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben, k√∂nnen ihr Studium mit einer beruflichen Teilzeitt√§tigkeit kombinieren. Diese wird tageweise oder in l√§ngeren Bl√∂cken ausge√ľbt.

 

F√ľr wen ist ein duales Studium geeignet?

Wenn du nach dem Abitur nicht nur Theorie b√ľffeln, sondern bereits w√§hrend des Studiums praktische Einblicke in den sp√§teren Berufsalltag erfahren willst, dann k√∂nnte ein duales Studium das Richtige f√ľr dich sein. Allerdings solltest du dir im Klaren dar√ľber sein, dass dich ein solches Studium psychisch und physisch an die Grenzen bringen wird.

Es gibt keine Semesterferien, daf√ľr jedoch eine deutlich h√∂here Stundenzahl. Daneben ist Mobilit√§t gefragt. Selten liegen Unternehmen und Bildungseinrichtung in derselben Stadt. Auch zeitlich sollten die Studenten flexibel sein. Die Vorbereitungszeiten sind auf Grund der kurzen Semester sehr knapp. Wie bei jedem Studium sind Ehrgeiz und Disziplin n√∂tig. Die Dauer des Studiums ist vorgegeben und die Leistungsnachweise sind in der Regelzeit zu absolvieren. Pr√ľfungen d√ľrfen nur einmal wiederholt werden, sollte diese auch ein negatives Pr√ľfungsergebnis nach sich ziehen, ist das Studium beendet.

 

Wie bewirbt man sich f√ľr ein duales Studium?

Es gibt zwei Wege, um sich f√ľr einen duales Studium zu bewerben:

  • Beobachte den Stellenmarkt und bewirb dich bei den ausschreibenden Unternehmen. Hast du die Bewerbungsphase des Unternehmens erfolgreich absolviert, musst du dich nur noch bei der Hochschule bewerben und einschreiben. In unserem Stellenmarkt kannst du dich √ľber freie duale Studienangebote von z.B. Siemens AG, ALDI S√úD oder STRABAG sowie viele weitere Anbieter informieren und direkt bewerben.
  • Such dir eine Hochschule, die duale Studieng√§nge anbietet und bewirb dich bei ihr. Fachhochschulen und Berufsakademien nehmen allerdings nur Bewerbungen von Studierenden an, die schon einen Ausbildungsplatz inne haben. Private Hochschulen verfahren da etwas anders. Hier kannst du auch nach der erfolgreichen Bewerbung an der Hochschule noch einen Praxispartner suchen.
  • Grunds√§tzliche Tipps zur erfolgreichen Bewerbung haben wir in unserem Bewerbungsratgeber zusammengefasst.

 

Wie l√§uft die Bewerbungsphase bei den Unternehmen f√ľr ein duales Studium ab

Bewerber werden in der Regel nach ihrer schriftlichen Bewerbung zu einem Vorstellungsgespr√§ch eingeladen und durchlaufen bei vielen Unternehmen ein Assessmentcenter mit Gruppenaufgaben und Gruppendiskussionen. Es folgen h√§ufig ein Test sowie Einzelgespr√§che. Gelegentlich wird auch eine Pr√§sentation durchgef√ľhrt. Die Anforderungen seitens der Unternehmen sind ein gutes bis sehr gutes Abitur (wobei besonders auf die studiumsrelevanten F√§cher geachtet wird), hohes Engagement und Teamf√§higkeit.

 

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